Irgendwann während meines Urlaubs gelang es doch tatsächlich der Verwaltung der Stadt Köln den bisherigen Gefährdungsstreifen dort, in eine weitere Variante lebensgefährliche Verkehrsführung für Radfahrende, die bisher noch nicht unter die Räder gekommen sind. „Schnittmuster des Gauens“ wie es auch die #ringfrei Initiative bezeichnet (Wer es noch nicht kennt, hier -> geht durch verschiedenste Interessengruppen absegnete Konzept für die Ringe in Köln). Hier noch eine ausführliche Darstellung durch den ADFC Köln.

Statt, wie durch Ratsbeschluss und durch diverse Interessengruppen (hier ein Artikel und weitere Verlinkungen in demselben) beschlossen eine Autospur für den Radweg freizuräumen, wurde ein fauler Kompromiss umgesetzt, der überhaupt keine Wirkung auf Autofahrende hat.

Da ich an einigen Tagen in der Woche genau dort arbeite, habe ich mir die Zeit genommen, dort zu photographieren. Und um Gegensatz zu dem Foto im von mit verlinkten Artikel des Kölner Stadtanzeigers, auf dem am Hansaring nichts los ist, sehen meine Fotos doch ein bisschen anders aus.

Die jetzt folgenden Fotos sind eine Auswahl von ca. 60 Bildern, die habe ich immer ca. 5-10 Minuten lang geschossen habe, gegen 8:00 Morgens, 11:45, 15:00 und noch mal gegen 16:00. Es sind auch nur deshalb „so wenige“ Fotos geworden, weil mein altes Handy so langsam ist, sonst hätte ich weit mehr Bilder machen können. Ich werde morgen und nächste Woche weitere Fotos machen.

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Nicht so gut zu sehen, aber ein Radfahrer wartet hinter den Autos, die den Radstreifen zustellen

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Leider schlecht zu sehen, aber da fährt ein Auto auf dem Radstreifen hinter einem Radfahrer.

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Nichts geht mehr, die Straße ist in Wahrheit noch zweispurig, die Dooringzone eignet sich gut für breite Autos und Lastkraftwagen.

Foto0195War da was? Dooringzone von einem halben Meter?

Foto0193Dreispurig geht jetzt auch

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Dooringzone -20 cm

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Das Ganze ist ein ganz übler und gefährlich Schildbürgerstreich der Kölner Verwaltung. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass gerade Straßen in den Autospuren nur anderthalb Autos breit sind, noch viel gefährlicher sind, als wenn es zwei Spuren sind. Denn dann machen die Autofahrenden wirklich was sie wollen. Mein Eindruck von heute war, dass ihnen die Verkehrsführung und die Radfahrenden vollkommen egal sind. Diese Art „Straßenkosmetik zum Discountpreis“(Berliner Tagesspiegel) ist Augenwischerei. Radfahren wird dadurch nicht sicherer. Wo auf diesem Planeten sind Autospuren bitte 1,60 Meter breit? Diese Art der Umsetzung des #ringfrei Konzeptes (hinter dem immerhin IHK, Einzelhändler und der Bezirksvertretung Innenstadt (einstimmig) inkl. Frau Reker (so habe ich sie auf der Radkom verstanden) stehen) ist schäbig.

Von der Rad- und Autoverkehrsführung an der Kreuzung selbst, bei der Autofahrende und Radfahrende null Sichtkontakt zueinander haben, weil das ganz komplett idiotisch konzipiert wurde, rede ich noch gar nicht. Da kann eins nur staunen, als gäbe es Kopenhagen, Amsterdam, Boston oder London nicht. Die deutsche Verwaltung weiß es besser und verhindert die Sichtbeziehung komplett.

Gerade an dieser Stelle gäbe es weit bessere Möglichkeiten sichere Radwege anzulegen, für „geschütze Radwege“ ist nämlich genug Platz. Da am Hansaring zum Einen in der Mitte Parkplätze und zum Anderen um die Ecke zwei Parkhäuser sind, könnte der Streifen mit den viel zu engen Parkbuchten bequem in einen Radweg mit Schutzzone umgebaut werden.

Foto0152

Dies ist eine ältere Aufnahme, dort ist noch die alte Kreuzungsführung aufgemalt. Die Neue wurde um ein paar Linien ergänzt. Das Foto liefere ich noch nach, dazu kam ich heute noch nicht.

Foto0151Überall Autos, rechts, links und in der Mitte aber kein Platz für Radfahrende auf gutausgebauten Strecken.

Wenn das alles nicht so gefährlich wäre, könnte eins das für einen Witz halten, allerdings einen sehr schlechten. Apropos Kosten, das ganze Elend hat sicher auch Kosten verursacht. Das alles jetzt wegzumachen und etwas da zu gestalten, dass den Namen Radverkehrskonzept verdient, wird sicher noch teurer.

Nächsten Mittwoch gibt es genau an dieser Stelle einen Ortstermin mit dem ADFC Köln um Ideen zu entwickeln.

Die bis dahin gesammelten Fotos bringe ich gerne mit, damit sie als Nachweismittel verwendet werden.

 

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