Während der Radkomm als auch nach der Sternfahrt am nächsten Tag kam ich mit einem Menschen aus dem Team des Fahrradbeauftragten ins Gespräch.

Ich unterhielt mich locker mit ihm (am ersten Tag ohne zu wissen, in welcher Funktion er vor Ort war) und meinte, dass es in Köln dringend geschützte Radwege bräuchte. Er erklärte mir, dass solche geschützte Radwege in Deutschland verboten sind. Als Alternative gäbe es ja die Radstreifen – also die auf die Straße gezeichneten Radwege mit breitem weißen Streifen und rotlackierter Fläche für die Radfahrenden, erklärte er mir weiter. Ich erinnere mich noch an seinen etwas indignierten Gesichtsausdruck als ich spontan lachen musste und erwiderte, dass sie damit nur mehr Parkfläche schaffen würden.

Die traurige Realität ist ja, dass Autofahrende in Kurven solche Radstreifen gerne nutzen, um den Wagen besser ausfahren zu können und dass Lieferverkehr, den zusätzlichen Raum zum Abstellen ihres LKW immer gerne willkommen heißen. Auf den Hinweis, dass solche Radverkehrsanlagen in vielen EU-Ländern üblich und erfolgreich wären, erwiderte er entschuldigend, dass da nichts zu machen wäre. Außerdem könne man dann ja wieder Radwege auf Gehwegen bauen könnte.

Die Antwort zeigte mir persönlich – zu diesem Zeitpunkt des Gesprächs war mir nicht klar, dass dieser Mensch zum Team des Fahrradbeauftragten gehört – dass er keine Ahnung von sicherer Radverkehrsinfrastruktur hat, sonst hätte er diese Antwort nicht geben können. Dass er auch noch zum Team des… macht die Sache natürlich nicht viel besser.

Um es deutlich zu machen, geschützte Radwege nach den unzähligen Vorbildern in England, Dänemark oder in den Niederlanden inkl. gutem Kreuzungsdesign sind in Deutschland nicht verboten. Vielmehr kommen sie in der aktuellen ->  Empfehlung für ->Radverkehrsanlagen (ERA) in Deutschland schlicht nicht vor. Und da die ERA leider auch nur eine Empfehlung ist und die dort formulierten Standards jederzeit bei der Planung von Radverkehrsanlagen unterschritten werden kann, ist eine eine Überschreitung der dort formulierten Standards offenbar so undenkbar, dass man sie als verboten einstuft.

Hier für das Team des Fahrradbeautragten ein Liste von  Städten, die geschützte Radwege ermöglicht haben:

Kopenhagen
Amsterdam
Boston
London
New York
Boston
Chicago

(Die Links sind noch nicht perfekte Beispiel, das pflege ich später nach)

 

Bis wir hier in Deutschland soweit sind, also wenigstens in Köln, wäre ich sehr für Aktionsformen, sie diese aus Arlinton, wo mit Tape und bepflanzen Blumentöpfen sichere Radwege auf der Straße realisiert wurden: Using Tape and potted plants .

Und wir sollten vielleicht darauf hinarbeiten, dass Menschen, die in einer Stadt an zentraler Stelle für den Fahrradverkehr zuständig sind, auch mal anfangen Empfehlungen als Mindeststandard zu begreifen und deren Überschreitung nicht als verboten

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