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immer quer durch köln

Sch(m)utzstreifen

Vor einiger Zeit wurde ich von einem Autofahrenden darüber belehrt, wie viel Abstand ich zu parkenden Auto zu halten habe. Das war sehr interessant und dafür sollten sich Verkehrsplaner*innen und die Kölner Verwaltung und die Leute vom Fahrradbeauftragten mal bitte nachdenken:

Was war passiert?

Ich fahre oft von Deutz die Gießener Straße Richtung Trimbornstraße. Dabei kreuze ich den Deutzer Ring. In der Einmündung auf der anderen Seite der Kreuzung findet sich links neben der Fahrspur eine Verkehrsinsel und dann kommen sehr schnell recht parkende Autos. Es ist also sehr eng und wenn ich korrekt, also mit 1-1,5 Meter Abstand zu den parkenden Autos in die Straße einfahre, bin ich ziemlich in der Mitte der Fahrbahn. Ich mache das auch konsequent, auch schon einige Meter vor den parkenden Autos, weil ich sonst von den Autos hinter mir knapp überholt werde und hinter die parkenden Autos gedrängt werde. Da links die Verkehrinsel ist, müssten Autofahrende grundsätzlich hinter mir bleiben und zwar nicht nur in dieser Verengung sondern auch weiter weil die Fahrspur ca. 50 Meter sehr eng ist (durchgezogene Linie zu den Gegenspuren).

An dieser Stelle fahre ich inzwischen konsequent so, dass ich von einem Auto nicht überholt werden kann, einfach um für meine Sicherheit zu sorgen.

Als ich also kürzlich wieder mal dort fuhr, höre ich hinter mir ein Auto mit sehr nervösem Gas, ihr kennt das. Also bleibe ich erst recht in der Mitte. Kaum hat der die Möglichkeit mich zu überholen, überfährt die durchgezogene Linie links, mich zu knapp rechts, setzt ich vor mich, stoppt mich und macht das Seitenfenster runter. Mein Kommentar „1,5 Meter Abstand!“ kontert er mit folgendem und jetzt Verwaltung der Stadt Köln und alle anderen Verantwortlichen bitte gut zuhören:

Ob ich diese Streifen auf der Straße kennen würde? Zum Beispiel auf der Venloer. Die würden anzeigen, wo ich auf der Straße zu fahren habe, auch auf Straßen, bei denen sich solche Streifen nicht auf der Straße befinden.

Ich war sprachlos. Die Implikationen dieser Äußerung hängen mir bis heute nach. Ich kann nur annehmen, dass dieser Typ nicht der einzige ist, der das denkt. Das heißt also, die Schutzstreifen auf der Straße, die in den allermeisten Fällen zu nah an parkenden Autos vorbeiführen, die zu schmal sind usw. usf. signalisieren Autofahrenden, wo Radfahrende hingehören. Und zwar genau in den Raum zwischen den Streifen. Mit Abstand überholten? Die gehen einfach davon aus, dass das schon so stimmen wird. Das ist psychologisch einleuchtend und deswegen ist eine solche Radinfrastruktur, die diesen Namen nicht verdient, doppelt gefährlich.

Für mich bedeutet das, das die Verwaltung der Stadt Köln mit verantwortlich ist, für die Gefährdung von Radfahrenden auf der Straße. Durch die unverantwortliche Umsetzung von Radinfrastruktur (Venloer, Hansaring usw.)trägt sie dazu bei, dass der Eindruck entsteht, dass Radfahrende in die Dooringzone von parkenden Autos gehören und ein Überholabstand von unter 20 cm zulässig ist, da dies durch unzählige sogenannte Schutzstreifen nahe gelegt wird.

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„We are traffic“ ?

Kürzlich wieder mal, ich komme von der Hohenzollernbrück und rolle auf die Kreuzung beim Deutzer Bahnhof zu. Durch diese Hecke rechts, übersehe ich fast eine Radfahrerin*, die links auf die Rampe fahren will. Ich will ihr also ausweichen und schere nach links aus, wo in dem Moment ein Radfahrer ohne jede Vorwarnung links an mir vorbei brettert, um die Kreuzung noch bei grün zu erreichen. Scheiße ist das Leute, ich habe mich erschreckt, der hätte in mich reinfahren können und das ist nicht das einzige Mal. Es ist die verdammte Regel, schnellere Radfahrende überholen rechts oder links ohne Vorwarnung und brettern mit zu wenig Abstand an einem vorbei. Wenn ich mal einen von euch einhole, dann sagt ihr: „Da war doch genug Platz und ich weiß, was ich tue.“ Das mag ja sein aber verdammt noch mal, ihr wisst nicht was ich tue.

Radfahrende nerven mich derzeit kolossal. Da wird egal wo gefahren, wenn auf der Deutzer Freiheit ein Auto einparkt und es dadurch zu einem kurzen Rückstau kommt, was soll’s für was gibt es denn den Gehweg. Der ist zwar zu eng aber die zu Fußgehenden werden ja schon ausweichen, wenn da eine*r mit 20 km lang brettert.

Ich kann jede*n Fußgänger gut verstehen, dass die sauer auf uns Radfahrende sind. Domplatte ist voller Menschen, das Domgäßchen ist eng, Tempo drosseln und angepasst auf die Domplatte fahren? Ach, wieso denn, ist doch genug Platz. Oder wie ein junger Mann auf Moutain Bike und mit vollem Schutzhelm (Motorradversion) meinte, wenn sich die Leute erschrecken, weil er zu nah und schnell an ihnen vorbeifährt, für die Gefühle anderer sei er nicht zuständig. Wir beschweren uns über Autofahrende, die uns zu knapp überholen? Ernsthaft, das ist kein Anlass mal darüber nachzudenken in Gegenwart von Fußgänger*innen mal das Tempo zu drosseln. Schadet es euren Rennrädern oder was immer ihr fahrt?

Ist irgendeine*m von euch klar, dass wir auf der Domplatte nur geduldet sind und dort die Fußgänger Vorrang haben?

Kürzlich fuhr ich, wie häufig, nachmittags über die Hohenzollernbrücke, wie immer brechend voll mit Menschen. Das ist kein Problem, soweit eins angepasst fährt und sich ein bisschen Zeit lässt. Neben mir prescht ein Rennradfahrer in zitronengelber Kluft und farblich passendem Helm vorbei, fährt die Menschengruppe immer knapp in die Hacken, klingelt diese dann aus dem Weg und drängelt die Leute aus dem Weg. Er prescht weiter, auf der Deuter Seite stoppt er, lehnt sein  Rennrad ans Geländer und fotographiert den Dom und ißt eine Banane. Ernsthaft? Ich konnte es kaum fassen.

Besondere Lieblinge sind mir ja die Jungs (bisher waren es nur Jungs), die mir auf der Hohenzollernbrücke immer im Hinterrad hängen. Habt ihr mal darüber nachgedacht, was passiert, wenn ich plötzlich stoppen muss oder ausweichen, ist die halbe Minute schneller, die ihr seid, weil ihr euch rücksichtslos durch die Menschen drängelt, das echt wert?

Aber es es ist auch überall sonst nervig, es werden keine Handzeichen gegeben. Es wird ohne nachzudenken von rechts oder links überholt. Beispiel gefällig? Die Kalker Hauptstraße meide ich normalerweise, weil ich sie für gefährlich halte, der Radschutzstreifen da ist ein Witz und zu nah an der Dooringzone der parkenden Autos, der verbleibende Platz für die fahrenden Autos ist knapp. Außerdem stehen häufig Autos oder Lieferwagen in 2. Reihe. Normalerweise fahre ich die nur im Verband der Critical Mass. Hier ist Hochkonzentration angesagt und da ist es auch sinnvoll mal das Tempo zu drosseln. Und natürlich fahre ich mit Abstand zur Dooringzone. Was dazu führte, dass so ein (sucht euch aus, was ihr hier einsetzt) mich ohne Vorwarnung von rechts überholte. Scheiße gefährlich war das. Ach ja, die meisten solcher gefährlich Manöver anderer Radfahrender enden damit, dass ich sie an der nächsten Ampel sowieso wieder einhole. Das ganze Geheize ist dann eh für den Arsch.

Zum rechts überholen habe ich zu sagen: Macht es nicht, lasst es bleiben. Macht es nicht ohne Vorwarnung aber eigentlich lasst es verdammt noch mal bleiben. Egal wo, niemand rechnet mit euch von ihr von rechts daher brettert.

An der Kreuzung Marzellenstraße/Komödienstraße fahren fast absolut alle kreuz und quer. Wer vom Domkloster kommend geradeaus will, hat die Möglichkeit ein zwei Meter versetzt, wo der Bordstein abgesenkt ist, parallel zu der dortigen Fußgängerampel zu fahren. Was ein gute und eher störungsfreie Lösung wäre. Aber warum sollte eins das so machen? Man kann ja auch die nächste Fußgängerampel nehmen, die etwas früher grün wir, dann recht über die enge Fußgängerinsel und auf dem Fußgängerüberweg dann wieder links. Die Fußgänger*innen nerven ein bisschen aber passt schon. Oder irgendwie zwischen entgegenkommenden Autofahrenden und Radfahrenden rumkurven und so anderer Leute Leben gefährden. Ist ja genug Platz  und was interessieren mich die anderen.

Zebrastreifen? Ist nach meinen Beobachtungen ca. 80% der Radfahrenden sowas von egal. Ich erlebe es oft genug, dass die Menschen mitten auf denen stehenbleiben müssen, weil sich jemand auf dem Rad die Vorfahrt erzwingt. Vermutlich war da auch noch genug Platz.

Rechts vor Links? Doch nicht für Menschen auf dem Rad, weder gegenüber anderen auf Rädern geschweige denn für Autofahrende.

Fußgängerüberwege? Immer genug Platz für Radfahrende.

Rechtsfahrgebot? Was das wohl sein könnte.

Im Kreisverkehr hintereinander bleiben, damit wir uns nicht gegenseitig in Gehege kommen? Ach, was solls, wer schneller und rücksichtsloser ist, gewinnt.

Gehwege? Auch ja, das sind die Ausweichstrecken falls irgendwas, egal was, den Weg vieler Radfahrenden stört.

Dann wenigstens Schritttempo auf Gehwegen? Fehlanzeige.

Die Klingel verwenden, um in angemessenen Abstand auf sich aufmerksam zu machen? Wieso, denn, die wird nur verwendet, wenn eins schon in den Hacken der Leute hängt und diese aus dem Weg gedrängelt werden müssen.

Es kotzt mich an. Ich setze mich für eine bessere Fahrradinfrastruktur ein und eine deutliche Reduzierung von fahrendem und parkendem Blech. Ich frage mich inzwischen immer mal wieder, wie es in wohl mal auf den geforderten geschützten Radstraßen (protected bike lanes) mal zugehen wird. Ja, ich bin überzeugt, dass viele Probleme auf mangelnde oder miserable Infrastruktur zurück gehen aber vieles geht auf das Konto von Rücksichts- und Gedankenlosigkeit. Wir beschweren uns über Autofahrende, die auch die Sicherheit von Radfahrenden keine Rücksicht nehmen?  Ich bin inzwischen überzeugt, dass 80% der Leute, die gedankenlos über die Domplatte schießen, die gleichen Leute sind, die am Hansaring, die Radfahrenden in die Dooringzone der parkenden Autos drängen. Jedenfalls scheint dieselbe ignorante Grundhaltung vorzuliegen.

We are traffic? Teil des Verkehrs? Dann sollten wir uns auch danach verhalten. Als netter Nebeneffekt wird das Miteinander von Radfahrenden und zu Fußgehenden dann auch entspannter.

Rote Pflaster auf Radwegen in Köln – ein andauerndes Ärgernis – heute mal in Lebensgefährlich

20 Meter nach Beginn des Radweges die Tiefgarage

 

 

 

 

 

 

 

Heute wäre ich fast übelst gestürzt als ich gegen 9:45 die Magnusstraße auf dem vorgeschriebenen Radweg befuhr.  Kurz nach der Einmündung auf den Radweg stand mir ein Auto quer im Weg, dass dort in die Tiefgarage fahren wollte.

Die ungefähren Lichtverhältnisse

 

 

 

 

 

 

 

Die Sichtverhältnisse waren sehr schlecht, die Sonne stand mir von schräg links in die Augen, der Baum warf Schatten auf den Gehweg. Als es mich fast umriss,  weil meine Pedale an einem losen hochstehenden  Bodenpflaster hängen blieb.

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Die Pflasterung an dieser Stelle

Glücklicherweise ist nichts passiert. Wie ich dann bei der Weiterfahrt bemerkte, ist der gesamte Radweg an jedem verdammten Baum bis hoch zum Volksgarten in diesem Zustand, Platten sind lose oder stehen hoch. Je nach dem, wie die Sonne steht ist das gemeingefährlich.

Ich habe diese merkwürdige Leidenschaft für Pflasterung auf Radwegen in Köln noch überhaupt nicht verstanden. Ich möchte glatten (eingefärbte) Asphalt, der sich im Zweifel auch hochwölbt aber wo das Material nicht hochstehen kann und eins darüber stürzen kann.

Das Elend mit dem Hansaring

Zu  dokumentarischen Zwecken habe ich natürlich weiterfotografiert und mir endlich eine kleine Kamera zugelegt, die weit bessere Fotos macht als das alte Handy.

 

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Fühlt sich sicher gut an, da zu fahren.
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Kaum stellt sich einer auf den Radstreifen folgen umgehend weitere
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Mit entsprechenden Konsequenzen für Radfahrende
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Ohne Not hinter einem Radfahrenden herfahren
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Nichts geht mehr für Radfahrende
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Fällt mir auch nichts mehr dazu ein. (Einer der Wagen ist im Übrigen von der KVB) 
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Ohne Not….
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Es ist eng
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zu eng, jetzt muss sie rollern
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wie die Lemminge, da steht einer? Da muss ich auch stehen…
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Ohne Not…. ihr wisst schon
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Eng hier
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Zu eng für soviel Radfahrende

Ich stehe beim Fotografieren ja meist auf dem Parkstreifen rum, der wenig beparkt ist. Wie überhaupt immer da. Den Parkstreifen wegzumachen und genau da einen geschützten Radweg hinzumachen, wäre echt kein Problem aber natürlich teurer als ein bisschen Farbe auf dem Boden malen.

Ich habe in zwischen weit über 100 Fotos gemacht, allesamt immer in einem Zeitraum von ca. 5-10 Minuten mehrmals am Tag. Ich werde noch weitere Fotos morgen machen und alle Fotos dann auf Stick ziehen und am Mittwoch dem ADFC beim Ortstermin  übergeben. Denn wie sich zeigt, ist oft Abends gegen 18:00 nicht mehr so viel los.

Der Hansaring, die Verwaltung und das #ringfrei Radverkehrskonzept

Irgendwann während meines Urlaubs gelang es doch tatsächlich der Verwaltung der Stadt Köln den bisherigen Gefährdungsstreifen dort, in eine weitere Variante lebensgefährliche Verkehrsführung für Radfahrende, die bisher noch nicht unter die Räder gekommen sind. „Schnittmuster des Gauens“ wie es auch die #ringfrei Initiative bezeichnet (Wer es noch nicht kennt, hier -> geht durch verschiedenste Interessengruppen absegnete Konzept für die Ringe in Köln). Hier noch eine ausführliche Darstellung durch den ADFC Köln.

Statt, wie durch Ratsbeschluss und durch diverse Interessengruppen (hier ein Artikel und weitere Verlinkungen in demselben) beschlossen eine Autospur für den Radweg freizuräumen, wurde ein fauler Kompromiss umgesetzt, der überhaupt keine Wirkung auf Autofahrende hat.

Da ich an einigen Tagen in der Woche genau dort arbeite, habe ich mir die Zeit genommen, dort zu photographieren. Und um Gegensatz zu dem Foto im von mit verlinkten Artikel des Kölner Stadtanzeigers, auf dem am Hansaring nichts los ist, sehen meine Fotos doch ein bisschen anders aus.

Die jetzt folgenden Fotos sind eine Auswahl von ca. 60 Bildern, die habe ich immer ca. 5-10 Minuten lang geschossen habe, gegen 8:00 Morgens, 11:45, 15:00 und noch mal gegen 16:00. Es sind auch nur deshalb „so wenige“ Fotos geworden, weil mein altes Handy so langsam ist, sonst hätte ich weit mehr Bilder machen können. Ich werde morgen und nächste Woche weitere Fotos machen.

Foto0212
Nicht so gut zu sehen, aber ein Radfahrer wartet hinter den Autos, die den Radstreifen zustellen

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Leider schlecht zu sehen, aber da fährt ein Auto auf dem Radstreifen hinter einem Radfahrer.

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Nichts geht mehr, die Straße ist in Wahrheit noch zweispurig, die Dooringzone eignet sich gut für breite Autos und Lastkraftwagen.

Foto0195War da was? Dooringzone von einem halben Meter?

Foto0193Dreispurig geht jetzt auch

Foto0191

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Dooringzone -20 cm

Foto0185Foto0182Foto0181Foto0179Foto0177

Das Ganze ist ein ganz übler und gefährlich Schildbürgerstreich der Kölner Verwaltung. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass gerade Straßen in den Autospuren nur anderthalb Autos breit sind, noch viel gefährlicher sind, als wenn es zwei Spuren sind. Denn dann machen die Autofahrenden wirklich was sie wollen. Mein Eindruck von heute war, dass ihnen die Verkehrsführung und die Radfahrenden vollkommen egal sind. Diese Art „Straßenkosmetik zum Discountpreis“(Berliner Tagesspiegel) ist Augenwischerei. Radfahren wird dadurch nicht sicherer. Wo auf diesem Planeten sind Autospuren bitte 1,60 Meter breit? Diese Art der Umsetzung des #ringfrei Konzeptes (hinter dem immerhin IHK, Einzelhändler und der Bezirksvertretung Innenstadt (einstimmig) inkl. Frau Reker (so habe ich sie auf der Radkom verstanden) stehen) ist schäbig.

Von der Rad- und Autoverkehrsführung an der Kreuzung selbst, bei der Autofahrende und Radfahrende null Sichtkontakt zueinander haben, weil das ganz komplett idiotisch konzipiert wurde, rede ich noch gar nicht. Da kann eins nur staunen, als gäbe es Kopenhagen, Amsterdam, Boston oder London nicht. Die deutsche Verwaltung weiß es besser und verhindert die Sichtbeziehung komplett.

Gerade an dieser Stelle gäbe es weit bessere Möglichkeiten sichere Radwege anzulegen, für „geschütze Radwege“ ist nämlich genug Platz. Da am Hansaring zum Einen in der Mitte Parkplätze und zum Anderen um die Ecke zwei Parkhäuser sind, könnte der Streifen mit den viel zu engen Parkbuchten bequem in einen Radweg mit Schutzzone umgebaut werden.

Foto0152

Dies ist eine ältere Aufnahme, dort ist noch die alte Kreuzungsführung aufgemalt. Die Neue wurde um ein paar Linien ergänzt. Das Foto liefere ich noch nach, dazu kam ich heute noch nicht.

Foto0151Überall Autos, rechts, links und in der Mitte aber kein Platz für Radfahrende auf gutausgebauten Strecken.

Wenn das alles nicht so gefährlich wäre, könnte eins das für einen Witz halten, allerdings einen sehr schlechten. Apropos Kosten, das ganze Elend hat sicher auch Kosten verursacht. Das alles jetzt wegzumachen und etwas da zu gestalten, dass den Namen Radverkehrskonzept verdient, wird sicher noch teurer.

Nächsten Mittwoch gibt es genau an dieser Stelle einen Ortstermin mit dem ADFC Köln um Ideen zu entwickeln.

Die bis dahin gesammelten Fotos bringe ich gerne mit, damit sie als Nachweismittel verwendet werden.

 

Protected Bikelanes in Deutschland verboten?

Während der Radkomm als auch nach der Sternfahrt am nächsten Tag kam ich mit einem Menschen aus dem Team des Fahrradbeauftragten ins Gespräch.

Ich unterhielt mich locker mit ihm (am ersten Tag ohne zu wissen, in welcher Funktion er vor Ort war) und meinte, dass es in Köln dringend geschützte Radwege bräuchte. Er erklärte mir, dass solche geschützte Radwege in Deutschland verboten sind. Als Alternative gäbe es ja die Radstreifen – also die auf die Straße gezeichneten Radwege mit breitem weißen Streifen und rotlackierter Fläche für die Radfahrenden, erklärte er mir weiter. Ich erinnere mich noch an seinen etwas indignierten Gesichtsausdruck als ich spontan lachen musste und erwiderte, dass sie damit nur mehr Parkfläche schaffen würden.

Die traurige Realität ist ja, dass Autofahrende in Kurven solche Radstreifen gerne nutzen, um den Wagen besser ausfahren zu können und dass Lieferverkehr, den zusätzlichen Raum zum Abstellen ihres LKW immer gerne willkommen heißen. Auf den Hinweis, dass solche Radverkehrsanlagen in vielen EU-Ländern üblich und erfolgreich wären, erwiderte er entschuldigend, dass da nichts zu machen wäre. Außerdem könne man dann ja wieder Radwege auf Gehwegen bauen könnte.

Die Antwort zeigte mir persönlich – zu diesem Zeitpunkt des Gesprächs war mir nicht klar, dass dieser Mensch zum Team des Fahrradbeauftragten gehört – dass er keine Ahnung von sicherer Radverkehrsinfrastruktur hat, sonst hätte er diese Antwort nicht geben können. Dass er auch noch zum Team des… macht die Sache natürlich nicht viel besser.

Um es deutlich zu machen, geschützte Radwege nach den unzähligen Vorbildern in England, Dänemark oder in den Niederlanden inkl. gutem Kreuzungsdesign sind in Deutschland nicht verboten. Vielmehr kommen sie in der aktuellen ->  Empfehlung für ->Radverkehrsanlagen (ERA) in Deutschland schlicht nicht vor. Und da die ERA leider auch nur eine Empfehlung ist und die dort formulierten Standards jederzeit bei der Planung von Radverkehrsanlagen unterschritten werden kann, ist eine eine Überschreitung der dort formulierten Standards offenbar so undenkbar, dass man sie als verboten einstuft.

Hier für das Team des Fahrradbeautragten ein Liste von  Städten, die geschützte Radwege ermöglicht haben:

Kopenhagen
Amsterdam
Boston
London
New York
Boston
Chicago

(Die Links sind noch nicht perfekte Beispiel, das pflege ich später nach)

 

Bis wir hier in Deutschland soweit sind, also wenigstens in Köln, wäre ich sehr für Aktionsformen, sie diese aus Arlinton, wo mit Tape und bepflanzen Blumentöpfen sichere Radwege auf der Straße realisiert wurden: Using Tape and potted plants .

Und wir sollten vielleicht darauf hinarbeiten, dass Menschen, die in einer Stadt an zentraler Stelle für den Fahrradverkehr zuständig sind, auch mal anfangen Empfehlungen als Mindeststandard zu begreifen und deren Überschreitung nicht als verboten

Alltagsradeln

Jeden Tag, bei Sonne, Wind und Regen, gerne mal die Regengöttin herausfordernd, indem ich die Regenjacke zu Hause lasse. Radeln in der Stadt allermeistens, in Köln, meine vorübergehende Heimat.

Ich fahre täglich über mindestens ein Dutzend unterschiedliche Wegbeläge, Wurzeln, an Baustellen – Köln liebt seine Baustellen –  vorbei, auf zu engen Radwege. Ich fahre auf Radwegen und Straßen und bin dort der unglaublichen Rücksichtslosigkeit des durchschnittlichen Autofahrenden ausgesetzt, meist nervig aber oft genug auch knapp tödlich.

Radfahrende werden hier aber auch ihr Fett wegkriegen. Viele fahren mindestens so rücksichtslos, wie Autofahrende, nur ist es zumeist nicht ganz so gefährlich.

Es wird auch um Fahrradpolitik gehen und was hier in Köln so vorgeht, zumindest soweit ich das verstehe. Außerdem alles was ich rund um die Radkomm, die Critical Mass, den ADFC Köln und was mir da sonst so vor die Füße läuft, erlebe.

Und dann geht es weiter, bei jedem Wetter

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